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Kennzeichen entstempeln: So läuft die Abmeldung am Schild

Kennzeichen entstempeln klingt nach einer Kleinigkeit – ist aber der Moment, in dem dein Auto offiziell von der Straße verschwindet. Ich zeige dir, wie das Entsiegeln funktioniert und worauf du achten musst.

Als ich mein erstes Auto verkaufen wollte, stand ich plötzlich mit einem Schraubenzieher vor dem Nummernschild und fragte mich: „Muss ich das Siegel jetzt selbst abkratzen?" Spoiler: Nein, das macht die Behörde. Aber genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob dein Auto wirklich abgemeldet ist – oder ob du weiter Steuer und Versicherung zahlst.

Das Entstempeln ist der unscheinbare, aber entscheidende Schritt jeder Abmeldung. Erst wenn die runde Plakette auf dem Schild entfernt ist, gilt dein Fahrzeug offiziell als außer Betrieb gesetzt. Schauen wir uns das in Ruhe an.

Gut zu wissen: „Entstempeln" und „entsiegeln" meinen dasselbe – das Entfernen der runden HU-Plakette und vor allem des Zulassungssiegels von deinem Kennzeichen. Ohne dieses Siegel darfst du nicht mehr fahren.

Was bedeutet „Kennzeichen entstempeln" überhaupt?

Auf jedem zugelassenen Kennzeichen klebt eine runde Stempelplakette – das Zulassungssiegel der Behörde. Es zeigt, dass das Fahrzeug ordnungsgemäß angemeldet ist, und enthält das Wappen des Zulassungsbezirks. Solange diese Plakette intakt ist, gilt dein Auto als zugelassen.

Beim Entstempeln wird genau dieses Siegel zerstört. In der Praxis kratzt ein Mitarbeiter der Zulassungsstelle die Plakette mit einem kleinen Werkzeug an, sodass sie unbrauchbar wird. Das Kennzeichen selbst – also das Blechschild – behältst du in der Regel mit nach Hause.

Wichtig: Ein Fahrzeug mit entstempeltem Kennzeichen darf nicht mehr im öffentlichen Verkehr bewegt werden – auch nicht „nur kurz". Wer ohne gültiges Siegel fährt, riskiert ein Bußgeld und fährt ohne Versicherungsschutz. Mehr dazu im Ratgeber Fahren ohne Zulassung.

Wann musst du dein Kennzeichen entstempeln lassen?

Das Entstempeln gehört zu fast jedem offiziellen Vorgang rund um die Außerbetriebsetzung. Typische Anlässe sind:

  • Du verkaufst dein Auto und der Käufer meldet es selbst neu an.
  • Du meldest dein Fahrzeug ab, weil du es länger stehen lässt.
  • Du willst das Auto stilllegen oder verschrotten lassen.
  • Du ziehst um und brauchst ein neues Unterscheidungszeichen.

In all diesen Fällen ist das Entsiegeln der technische Kern der Abmeldung. Den gesamten Ablauf einer Abmeldung habe ich dir im Ratgeber Auto abmelden Schritt für Schritt aufgeschrieben – hier konzentrieren wir uns auf das Schild selbst.

Muss ich beide Schilder mitbringen? Ja. Beim Entstempeln werden in der Regel beide Kennzeichen (vorne und hinten) entsiegelt. Bring also wirklich beide mit, sonst gilt die Abmeldung als unvollständig.

So läuft das Entstempeln Schritt für Schritt ab

Der Ablauf ist erfreulich unkompliziert – wenn du vorbereitet bist. So machst du es richtig:

  1. Schilder demontieren oder am Fahrzeug lassen (je nach Zulassungsstelle). Manche Ämter entsiegeln direkt am Auto, andere am Schalter.
  2. Zur Zulassungsstelle deines Bezirks fahren. Welche das ist, findest du über die Zulassungsstelle-Suche.
  3. Unterlagen vorlegen und die Außerbetriebsetzung beantragen.
  4. Siegel wird entfernt – der Mitarbeiter zerstört die Plakette vor deinen Augen.
  5. Abmeldebestätigung mitnehmen. Dieses Dokument ist dein Beleg, dass das Fahrzeug offiziell abgemeldet ist.
Das brauchst du: Personalausweis oder Reisepass, die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und beide Kennzeichen mit Siegel. Bei einer Stilllegung kann auch Teil II verlangt werden.

Mittlerweile geht vieles auch digital. Über die internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz) kannst du dein Auto online außer Betrieb setzen – dafür sitzen verdeckte Sicherheitscodes unter den Siegeln und auf der Zulassungsbescheinigung, die du freilegst und eingibst. Das physische Entstempeln am Schalter entfällt dann.

Tipp: Willst du online abmelden, kratz die Siegelplakette nicht vorher selbst ab. Du brauchst den verdeckten Code darunter unversehrt – erst beim Online-Vorgang rubbelst du ihn nach Anleitung frei.

Was kostet das Entstempeln?

Die gute Nachricht: Eine reine Außerbetriebsetzung am Schild ist günstig. Die Gebühr für das Entstempeln liegt meist bei rund 7 bis 15 €. Kommt eine gleichzeitige Ummeldung oder Wiederzulassung dazu, steigen die Kosten entsprechend.

Online ist es oft noch etwas günstiger. Eine Übersicht über die typischen Behördengebühren findest du im Ratgeber Zulassungskosten.

Kurz gerechnet: Reine Abmeldung mit Entstempeln vor Ort: ca. 7–15 €. Online über i-Kfz: häufig nur 2–6 €. Brauchst du danach neue Schilder, kommen pro geprägtem Schild noch rund 10–18 € dazu.
Wichtig: Die genauen Beträge sind in der bundesweiten FZV geregelt, können aber je nach Bundesland und Kommune leicht abweichen. Sieh die Angaben hier als realistische Orientierung – ohne Gewähr und ohne Anspruch auf einen garantierten Festpreis.

Kennzeichen behalten oder mitnehmen?

Eine Frage, die mir oft gestellt wird: „Bekomme ich mein Schild zurück?" In den meisten Fällen ja – das entstempelte Blechschild darfst du behalten. Nur das Siegel ist dann eben ungültig.

Spannend wird es, wenn du dein Kennzeichen weiternutzen willst. Seit der Reform kannst du dein Wunschkennzeichen mitnehmen, selbst wenn du in einen anderen Kreis umziehst. Beim Halterwechsel oder Auto ummelden lässt sich das Kennzeichen unter bestimmten Voraussetzungen reservieren statt entstempeln.

Gut zu wissen: Wer sein Fahrzeug nur vorübergehend abmeldet, kann das Kennzeichen meist bis zu zwölf Monate reservieren lassen. Bei einer späteren Wiederzulassung bekommst du dann genau dieselbe Kombination zurück.

Häufige Fragen zum Entstempeln

Kann ich das Siegel selbst entfernen? Technisch ja, rechtlich solltest du es lassen. Die Außerbetriebsetzung gilt erst, wenn die Behörde sie dokumentiert. Lass das Kennzeichen also offiziell entsiegeln, sonst läuft deine Versicherung womöglich weiter.
Ist mein Auto sofort abgemeldet, wenn das Siegel weg ist? Ja – mit dem Entstempeln und der Abmeldebestätigung endet die Zulassung. Steuer und Versicherungspflicht enden zum Tag der Außerbetriebsetzung.
Was passiert mit dem entstempelten Schild? Du nimmst es mit. Brauchst du es nicht mehr, gehört es in den Metallschrott. Für eine spätere Anmeldung lässt du einfach neue Schilder prägen.
Geht Entstempeln auch beim Verkauf? Ja. Wenn der Käufer das Auto nicht selbst ummeldet, solltest du es vor der Übergabe abmelden lassen. Wie das sicher klappt, zeigt der Ratgeber Auto verkaufen und abmelden.

Fazit

Kennzeichen entstempeln klingt nach einem Detail, ist aber der rechtlich entscheidende Moment jeder Abmeldung. Erst wenn das Siegel zerstört und die Außerbetriebsetzung dokumentiert ist, ist dein Auto wirklich von der Straße – und du bist Steuer und Versicherung los.

Mein Rat: Erledige es offiziell, bring beide Schilder und alle Unterlagen mit, und prüfe, ob der Online-Weg über i-Kfz für dich passt. Dann ist das Entsiegeln in wenigen Minuten erledigt. Wann immer du dein Fahrzeug wieder anmelden willst, hilft dir der Ratgeber Wiederzulassung weiter.

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Abmeldung Kennzeichen Entstempeln

Rechtsstand: 24.06.2026 · Quelle: FZV (Fahrzeug-Zulassungsverordnung), KBA, ADAC

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